Rund um das aktuelle Budget wurden in den vergangenen Wochen auch Einsparungen bei Umwelt‑ und Klimamaßnahmen diskutiert. Umso bedeutender ist das Signal, dass der bestehende Waldfonds nicht beendet, sondern in angepasster Form weitergeführt und in einen neuen „Resilienzfonds“ übergeleitet wird. Damit bleibt ein zentrales Instrument zur Unterstützung des österreichischen Waldes auch in den kommenden Jahren erhalten.
Was der Waldfonds bisher leistet
Der Waldfonds wurde 2020 als umfassendes Maßnahmenpaket für Österreichs Wälder eingerichtet und mit mehreren hundert Millionen Euro dotiert. Er unterstützt unter anderem Wiederaufforstungen nach Schadereignissen, Maßnahmen zur Entwicklung klimafitter Wälder, Waldbrandprävention sowie Projekte im Bereich der nachhaltigen Holznutzung. Ziel ist es, Wälder an den Klimawandel anzupassen, Schäden abzufedern und die langfristige Stabilität der Waldökosysteme zu stärken.
Zu den geförderten Bereichen zählen etwa:
- Wiederaufforstung und Pflegemaßnahmen nach Sturm, Borkenkäferbefall oder anderen Schadereignissen
- Entwicklung klimafitter Wälder durch standortangepasste Baumartenwahl und stabile Mischbestände
- Maßnahmen zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimastress, inklusive Waldbrandvorsorge
- Projekte, die eine nachhaltige Nutzung des Rohstoffes Holz als Beitrag zum Klimaschutz unterstützen
Fortsetzung als Resilienzfonds
Im Zuge der aktuellen Budgetverhandlungen wurde festgelegt, dass der Waldfonds in einen „Resilienzfonds“ übergeführt und damit inhaltlich fortgesetzt wird. Dieser Resilienzfonds ist für zwei Jahre mit 54 Millionen Euro dotiert. Zusätzlich stehen 37 Millionen Euro für Maßnahmen im Bereich der Gewässerökologie zur Verfügung. Damit soll nicht nur die Anpassungsfähigkeit der Wälder, sondern auch die ökologische Qualität von Flüssen und Gewässern gestärkt werden.
Die Botschaft ist klar: Trotz allgemeiner Konsolidierungs‑ und Einsparungsdebatten bleiben gezielte Mittel für Waldschutz, Klimaanpassung und ökologische Maßnahmen im ländlichen Raum verfügbar.
Neuer Schwerpunkt: Klimafitness, Resilienz und Biodiversität
Mit der Novelle des Waldfondsgesetzes will die Regierung nach eigenen Angaben den Förderschwerpunkt auf jene Maßnahmen verlagern, „die der Stärkung der Klimafitness, der Resilienz und der Biodiversität der Wälder dienen“. Im Gesetz und in den zugehörigen Maßnahmenblättern sind diese Ziele bereits verankert und werden nun noch stärker in den Vordergrund gestellt.
Bedeutung für Waldbesitzer:innen und Gemeinden
Für Waldbesitzer:innen, forstliche Betriebe und Gemeinden bedeutet die Fortsetzung des Fonds: Zentrale Fördermöglichkeiten für Aufforstung, Waldumbau, Schutz‑ und Biodiversitätsmaßnahmen bleiben grundsätzlich erhalten, auch wenn sich Name und Mittelausstattung verändern. Wer Projekte in diesen Bereichen plant, kann weiterhin auf eine eigene Förderlogik für Waldschutz und Klimaanpassung zurückgreifen.
Empfehlenswert ist, geplante Vorhaben frühzeitig mit den zuständigen Stellen (Landesforstabteilungen, Landwirtschaftskammern, Forstaufsicht) abzustimmen und die jeweils aktuellen Informationen zu Waldfonds und Resilienzfonds zu nutzen. So lässt sich klären, welche Maßnahmen in welcher Form unterstützt werden können und wie Projekte optimal an die Förderrichtlinien angepasst werden.
[Quellen: RIS, Kommunales Förderzentrum, Kurier, BMLUK]

